Pokale aus dem 3D Drucker - oder doch lieber der Glaspokal vom Händler?

by Helmut
6 Minuten
Pokale aus dem 3D Drucker - oder doch lieber der Glaspokal vom Händler?

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Mein 3D gedruckter Pokal

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 organisierten wir in der Arbeit wieder eine Büro-Tippgemeinschaft. Da ich zu der Zeit gerade meinen neuen 3D Drucker in Betrieb genommen hatte, wollte ich einmal ausprobieren, ob ich es hinbekommen würde.

Da ich zu der Zeit damals noch nicht so bewandert im Designen von 3D-Modellen war, entschied ich mich für ein kostenloses Design. Diese sind auf verschiedenen Seiten im Internet verfügbar und dürfen kostenlos heruntergeladen werden.

Ich entschied mich für einen Nachbau eines bekannten Fußballpokals. Leider habe ich kein Foto mehr von meinem Pokal, da dieser an den Sieger verliehen wurde und dieser mittlerweile unser Unternehmen verlassen hat.

Welche Herausforderungen stellte der Druck des Pokals dar?

Ohne jetzt auf die technischen Details einzugehen, waren doch einige Hürden zu überwinden:

  • Bei meinem ersten Druck hatte ich leider die Wandstärke des Drucks zu dünn eingestellt, daher wies er Löcher auf
  • Den ersten Druck hatte ich in zu geringer Auflösung gestartet. Ich hatte gehofft, die Detailtreue wäre ausreichend, aber ich hatte mich geirrt.
  • Beim Lackieren verwendete ich eine Grundierung, die leider ewig trocknete, weshalb sich die Lackierung mit Goldlack lange verzögert.

Vieles davon sind Fehler, die dem geschuldet sind, dass es einer meiner ersten Drucke war. Heute mache ich bedeutend weniger Fehler und die Drucke werden fast immer astrein.

Da ich ein Betriebswirt bin, hat mich natürlich auch der Kostenaspekt interessiert. Ich berücksichtigte dabei:

  • Druckfilament
  • Stromkosten
  • Anteilige Verschleißkosten des 3D Druckers
  • Spachtelmasse
  • Schleifpapier
  • Farbe (Grundierung, Goldlack, Klarlack zum Versiegeln)

Alles in allem kam ich auf etwa 40,-. Meine persönliche "Arbeitszeit" von etwa 2h nicht mitgerechnet. Außerdem lasse ich hier die Kosten für die Fehlversuche außen vor, die ich einfach mal als Lehrgeld verbuche.

Es war ein nettes Projekt, welches ich aber nicht mehr so machen würde. Mittlerweile drucke ich nur noch Dinge, die nicht schon jemand anderes zum Kaufen anbietet. Es lohnt sich einfach nicht, etwas zu drucken, was nicht jemand anders deutlich effizienter und damit meist von besserer Qualität und trotzdem zu einem geringeren Preis anbieten kann.

Ich habe mich nach dieser Kalkulation schlau gemacht, was denn so Pokale bei einem Online-Händler kosten. Leider hatte ich das erst gemacht, nachdem ich den Pokal bereits fertig gestellt hatte.

Bei meiner Suche im Internet stieß ich bald auf pokale-meier.de

Die Preise sind so günstig, da hätte ich mir die Mühe auf keinen Fall gemacht und lieber was anderes gedruckt.

Preise für Pokale aus Kunststoff, genauer gesagt Resin, kamen nur auf um die 20,-. Dabei sind aber schon der Druck einer individuellen Gravur (das hatte mein Pokal ja nicht) und der Versand.

Zu jedem Thema gibt es passende Pokale, meist aus dem Sportbereich (Fußball, Tennis, Bowling), aber auch als Mitarbeiterehrung und sogar Hundeschau.

Eine besondere Art von Pokal fiel mir da besonders ins Auge, der Glaspokal. Ich habe ihn schon meinen Kollegen gezeigt, bei der nächsten Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft werden wir so einen Glaspokal kaufen.

Dieser ist zwar etwas teurer, als der aus Resin, sieht aber noch wertiger aus.

Was macht einen Glaspokal besonders?

Ein Glaspokal ist eine Verbindung aus klassischem Pokal und Glas. Das heißt, die Form entspricht dem Pokal, aber es wird hauptsächlich Glas als Material verwendet. Der Sockel besteht aus Marmor oder Metall. An diesem Sockel wird das Emblem und die Gravur.

Das aufgesetzte Glaselement kann aus farblosem, als auch farbigem Glas bestehen.

Verwandt, aber nicht identisch, ist die Glastrophäe. Bei dieser handelt es sich um ein Produkt, welches komplett aus Glas besteht. Diese haben keine separate Emblem- oder Gravurfläche.

Bei der Individualisierung von Glasflächen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Bei der Glasgravur wird die Veränderung mechanisch in die Glasoberfläche hereingearbeitet
  • Beim UV-Direktdruck hingegen besteht auch die Möglichkeit, farbiger Veränderungen des Glases

Auch bei der Art des Glases gibt es Unterschiede. Üblich sind Acrylglas, Kristallglas und Jade-Glas.

  • Acrylglas ist ein stabiler und bruchsicherer Kunststoff. Außerdem ist er lichtdurchlässig und UV-stabil.
  • Kristallglas rufen interessante Brechungs- und Farbeffekte hervor, Lasergravuren wirken sehr effektvoll auf dieser Glasart.
  • Jadeglas hat seinen Namen vom leichten grünlichen Schimmern, welches an das Jade-Mineral erinnert

Zusammenfassung

Selbermachen oder Kaufen? Das ist die große Frage in diesem Blogbeitrag. Ich möchte gerne mit einem klaren "Kaufen" abschließen. Warum? Wenn man den zeitlichen und finanziellen Aufwand eines 3D Drucks berücksichtigt und dem gedruckten Pokal in Relation setzt, dann ist der Pokal vom Händler diesem weit überlegen. Auch Individualisierungen sind beim Online-Kauf möglich, zudem ohne zusätzliche Kosten verbunden.